Kommentar zur Finanzkrise
In einem Interview für den "Service Report" nimmt Michael René Weber, Geschäftsführer und Kanzler der ISS Business School Hamburg, Stellung zu der Finanzkrise:
"Momentan handelt es sich nicht nur um eine Finanzkrise, sondern um eine Finanz- und Wirtschaftskrise: Wenn Autohersteller die Produktion unterbrechen, weil der Absatz nicht mehr gegeben ist, wenn in der Logistikbranche Kapazitäten zur Verfgung stehen anstatt, dass diese voll ausgelastet sind und, wenn Kredite für mittelständische Unternehmen von Banken nicht mehr prolongiert werden, dann stecken wir längst mitten in einer Wirtschaftskrise!
In einer solchen Phase überdenken viele Unternehmen ihre laufenden Aktivitäten auf der Kosten- wie der Marktseite, bewerten Kunden und Märkte ebenso wie Lieferanten neu – Veränderungen in den Handlungsweisen sind dann die Folge.
Unternehmen, die über langfristige Vereinbarungen mit ihren Kunden verfügen, z.B. Service-Verträge, stehen in aller Regel also besser da, als Unternehmen, die eine solche „Grundlast“ nicht haben.
Dies hat nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen kundenintegrierenden Aspekt, aus dem neue Umsätze und Erträge generiert werden können:
Wer vor Ort beim Kunden ist, erfährt frühzeitig, wohin der Kunde sich wendet, welchen Veränderungen er auf seinen Märkten entsprechen muss. Hieran orientiert können neue Lösungen für die Kunden entwickelt werden – ganz häufig auch zusammen mit den Kunden. Wer so bereit ist, sich mit den Themen seiner Kunden auseinanderzusetzen – und das nicht nur im After Sales Business, sondern bei der Gestaltung des künftigen Geschäfts der Kunden, der wird auch langfristig Partner dieser Kunden sein, beim kommenden Aufschwung mit dem Kunden wieder wachsen!
Service, so verstanden, treibt die Wirtschaft, weil neue Lösungen entwickelt werden und schafft Umsätze und Arbeitsplätze in der Zukunft, weil man mit dem Kunden in der nächsten Aufschwungphase wächst – und da sich einmal gefundene Lösungen im Rahmen der Globalisierung duplizieren lassen, sind in der Zukunft wieder größere Umsatzsprünge und auch größere Margen zu erwarten.
Die große Herausforderung dabei ist es, durchzuhalten, es zu schaffen, die Talsohle zu durchleben und in dieser Phase noch in Kundenbeziehungen zu investieren. Nicht klagen ist angesagt, sondern der Fokus auf das Kundenbusiness. Die Ansatzpunkte für gemeinsame Wertsteigerungen zu finden, ist die Lösung auch in der heutigen Zeit!"
Pressekontakt
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